Wir nennen es Dosenfischen

Tourist-Info Wismar beendet Zusammenarbeit mit Geocaching-Anbieter

Wie die Ostseezeitung heute in ihrer Regionalausgabe Wismar berichtet (Link wird nur temporär funktionieren), wird die Tourismus-Zentrale der Hansestadt vorerst nicht mehr mit “Naturabenteuer MV” zusammen arbeiten. Jedenfalls nicht, was Geocaching in Wismar betrifft. Das Unternehmen hatte, nach Angaben der OZ, in der Innenstadt eine Geocaching-Runde angeboten und den Cache selbst bei der Tourist-Info deponiert.

Doch während das Konzept in Schwerin schon lange problemlos funktioniert – erstellt von einem anderen Anbieter allerdings – hat es in Wismar nun ein grundlegendes Problem gegeben: Schnitzeljäger hatten einen Hinweis missdeutet und an zentralem Ort in einem privaten Briefkasten herumgewühlt. Und waren prompt von der Bewohnerin des dazugehörigen Hauses dabei erwischt worden.

Da war wohl der Hinweis etwas blumig formuliert. Nach OZ-Angaben lautete die Aufgabe: “Um zu finden des sechsten Ortes Rätsel, besuche meines Freundes Heim, markant ist sein Name und seines Türes Schmuck. Nutze seinen Namen und Du wirst meinem Heim näher sein. Viel Post bekam ich aus aller Welt, vielleicht ist auch etwas für Dich dabei”. Mal abgesehen von der sprachlichen Schludrigkeit ist dieser Hinweis für Nicht-Geocacher offenbar leicht zu missdeuten.

Schön fand ich einen weiteren Aspekt der Sache: wie die OZ schreibt, hatten wohl Mitarbeiterinnen der Tourist-Info die Runde vorher getestet, dann aber abgebrochen, weil sie mit den Geräten nicht klar kamen.

Gelinde gesagt unschön ist natürlich, dass so wiedermal Geocaching öffentlich in den Zusammenhang gebracht wird mit “Hausfriedensbruch” und “Diebstahl”. So geschehen im Artikel der Ostseezeitung.

6 Kommentare

  1. Man sollte das Ergebnis nicht überbewerten. Wir Geocacher meinen ständig,unser Image aufpolieren zu müssen. Warum? Wir haben ein schönes, vielseitiges und verantwortungsbewußtes Hobby. Mir reicht es schon, dass meine Volksvertreter sich ständig einschüchtern lassen für die Vergangenheit eines Österreichers.

    Die Geschichte finde ich lustig. Sie zeigt, dass der Laden überhaupt nicht vorbereitet war. Weder der – in meinen Augen schlecht formulierte – Text, noch die Lokationen scheinen je geprüft worden zu sein. Was ist das für eine schlechte Tourist-Info???

  2. Sicherlich liegt der Fokus von uns aktiven Geocachern und Bloglesern auf Berichten zum Thema Geocaching aber ich denke man sollte das auch nicht überbewerten. In unserem Muggel-Bekanntenkreis ist GC nur bekannt weil wir das machen und Berichte zum Thema werden gar nicht wahrgenommen. Das kann natürlich auch in unserem Alter und/oder unserer Homezone in der Provinz begründet sein.
    Aber man kann es auch so sehen: es ist nur ein Bericht in der Regionalausgabe der Ostseezeitung (entsprechend dem Lokalteil der Fränkischen Landeszeigung ;-) ) der von der Unfähigkeit der Tourist-Info berichtet.
    Grüße aus Franken und bis bald bei LOST-IN-MV

  3. Ah, da war der Herr Sandmann schneller als ich …

    Ist ein großer Artikel in Print übrigens: Lokalteil 1. Seite, 4 Spalten, davon 2 Bild … passierte also sonst nichts in HWI gestern.

    Murphies Law. Und wohl ein gut Teil Schusseligkeit des Herrn H.

    Dass, wie dem Artikel auch zu entnehmen ist, sein eigener Bruder samt Familie der zweite Kunde des seit Anfang Juli bestehenden Angebots war und nun noch kein Tester oder Kunde außer dem Veranstalter so eine Runde erfolgreich hinter sich bringen konnte, spricht für sich. Wenn der Test mit den Touristinfo-Mitarbeitern aus technischen Gründen schon nicht klappte – hm, dann dürfte das Konzept auch auch sonst Überarbeitungsbedürftig sein. Und das soll ja nun auch geschehen.

    (Ich hatte übrigens keine Ahnung, dass dieses Angebot hier existiert, nur in einem Artikel bei ln-online aus dem Juni ( http://www.ln-online.de/lokales/nordwestmecklenburg/3138075/Moderne_Schnitzeljagd__bei_Jugendevent_Wismar09 ) taucht das Motiv schon einmal auf.

    Oder war das alles nur gekonnte Guerilla – PR ? – Kennen sich Veranstalter und Familie Ziegenbein? DAS wäre für Wismar sensationell.

  4. “vielleicht ist auch etwas für Dich dabei” sei laut Frau Z, also eine “Aufforderung zum Diebstahl”. LOL.
    Ansonsten zeigt es mal wieder, dass man als Owner a) gesunden Menschenverstand walten lassen muss, und b) den Mangel desselben bei den Suchenden immer mit einkalkulieren muss.
    “Geocoaching”, wie der Artikel es nennt, bringt mich da doch auf eine nette Marktlücke: Wir coachen solche Anbieter, wie man Caches ausarbeitet und testet. Würde mich für Spesen + Fahrtkosten und einem angemessenen Stundensatz anbieten…

  5. Upps, der Dativ ist also auch dem Akkusativ sein Tod. Muss natürlich heißen einen

  6. Warum wundert mich das bei dieser Touri-Info nicht?

    Vor zwei Jahren war ich dort mit meinem Motorrad auf Ostseetour vorbeigekommen. Es regnete extrem und entschloss mich dort in Wismar für eine Nacht niederzulassen. Bei der Touri-Info erhoffte ich Hilfe bei der Zimmersuche. FEHLSCHLAG auf der ganzen Linie. “Draussen ist eine Telefon-Säule und hier ein Zimmernachweis” “sonst können wir nicht weiterhelfen!!”.

    Wenn ich dann dies hier lese … PASST!!

    Bis bald im Wald und ein Gruß vom Projecter (Martin)

Trackbacks/Pingbacks

  1. Überarbeitungsbedürftige Geocaching-Tour in Wismar « Walfischbucht - [...] Drüben bei den Dosenfischern berichtet Herr Sandmann über fehlgeleitete Teilnehmer eines Geocaching-Tour-Angebots in Wismar und den folgenden Artikel in ...

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>