Wir nennen es Dosenfischen

Dosenfischen: Geocaching-Podcast 225

Wann ist man ein Held beziehungsweise wie wird man ein Held? Eine sehr gute Frage, der wir heute gleich zu Beginn des Podcasts nachgehen und uns, zugegebenermaßen, etwas an dieser Fragestellung verbeißen. Aber das Verbeißen zeigt ja auch, das die Frage nicht so ganz einfach zu beantworten ist. Wer sich unseren Ausflügen in Staatsbürgerkunde Soziologie 11. Klasse nicht anschließen möchte, spult (sic!) bis zu Minute 26 vor.

Gemeinschaft, auch das Thema ist in den ersten 26 Minuten, wenngleich vielleicht mehr zwischen den Zeilen, durchaus angeklungen, ist zumindest aus norddeutscher Sicht (ich korrigiere mich: aus unserer Sicht) etwas, das wir in Richtung Süden Deutschlands “denken”. Das, was wir beispielsweise bei unseren Ausflügen nach Ulm erleben durften, hat uns immer gezeigt, was dort deutlich besser funktioniert: Zusammenhalt. Da verwundert es auch erst einmal nicht, dass ein Geocaching-Stammtisch im Süden Deutschlands ein anständiges Jubiläum feiert: 100 Mal (davon knapp die Hälfte von einem Team organisiert) ist der Filstalstammtisch bereits als Event gelistet worden. Das Jubiläum wird selbstverständlich gefeiert.

Ein weiteres Geocaching-Event wirft schon seine langen Schatten: Im kommenden Jahr lädt Mainz zum Gutenberg-Mega. Die Planungen laufen auf Hochtouren, und die ersten beachtenswerten Ankündigungen machen die Runde. Nicht nur, dass die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz die Schirmherrschaft übernommen hat: Die Organisatoren haben es tatsächlich geschafft, die Mainzelmännchen vom ZDF zu einer Coin werden zu lassen. Das dürfte dann wohl die erste Coin weltweit sein, die mit den Konterfeis aller sechs Mainzelmännchen daherkommt.

#2048 ist wohl derzeit “Trending Topic” auf den Mute-Listen auf Twitter. Zu recht, möchte man sagen: Das kleine und simple Spielchen hat Suchtpotential – und etliche Twitterer schicken ihre Spielergebnisse auf den Kanal. Aber: 2048 lässt sich auch adaptieren, wie Chris Heckenländer uns gemailt hat und seine Version als “2048 – die Geocaching-Edition” zeigt. Zunächst ungewöhnlich, weil es statt Zahlen um Abkürzungen geht, aber nach kurzer Zeit sehr unterhaltsam.

Lost Places, ihr wisst es längst, sind ja so etwas wie eine heimliche Liebe von uns. Oft standen wir mit großen Augen in Ruinen, Hallen und Anlagen um den “Spirit” der verlassenen und oftmals verlorenen Orte zu atmen. In Schwerin haben wir davon noch ein paar, Spanien bietet ganze Dörfer. Zum Preis von null Euro. Die Sache hat einen Haken: Einfach den Lost Place Lost Place sein zu lassen ist nicht der Wunsch der Spanier.

Der FOSSGIS hat kürzlich (also genaugenommen erst vor wenigen Tagen) zur Konferenz geladen. Inhaltlich geht es im weitesten Sinne um Geodaten. Speziell ein Vortrag dürfte euch mehr interessieren: Opencaching.de. Den Vortrag gibt es bei YouTube zum nachhören und nachsehen.

Kein Ort, ein Ort, kein Ort. Kartenhersteller sind offenbar sehr erfinderisch, um ihre Kartenwerke nicht etwa vor unerlaubten Kopien zu schützen, sondern genau die unerlaubte Weiterverarbeitung nachweisen zu können. Und so begab es sich, das auf einer Landkarte ein Ort auftaucht, den es nicht gab. Soweit so gut. Kurz danach siedelte sich aber genau in diesem Ort, den es nicht gab, der aber auf der Karte zu sehen war, ein Laden an. Lest den englischen Text hier weiter.

Beim folgenden Thema und auch dem Link dorthin habe ich ein wenig Bauchschmerzen. Die sind schnell erklärt: Auf der Seite wird ein Projekt beschrieben, bei dem es darum geht, nach der Sicherheitskontrolle am Flughafen mit den dann noch “verbliebenen Materialien” eine Waffe zu bauen. Richtig gelesen. Und auch nicht lustig. Deshalb gibt es den Link auch nicht, sondern den Hinweis, bei Interesse nach “Terminal Cornucopia” zu suchen

München habt ihr auf dem Plan? Schweiz auch? Gut. Weil wenn nicht, dann geht es euch wie dem Heckenländer, der aufgrund unsolider Planung nach Stunden in Embryonalstellung unter dem Schreibtisch heulend dem Nachwuchs nun die Blockflöte angedeihen muss, um Geocaching-Musik zu spielen.

Habt eine schöne Woche!

7 Kommentare

  1. Hallo liebe Dosenfischer,

    vielen Dank für den schönen Podcast und das featuren des Geocaching Edition von 2048.
    Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich habe lediglich die Labels angepasst, mit der Spiele-Engine oder dem Hosting des Spiels habe ich nichts zu tun ;-)

    Beste Grüsse aus dem Heckenland
    Chris

  2. moin,
    für den Eventkalender 2015:

    http://www.nzmega2015.com

    Ende Oktober 2015 – Christchurch Neuseeland.

    Gruß – Uwe

  3. ganz kurz (ehe ich das vergesse) ein paar Gedanken zu den Helden:
    Ich stoße da ins gleiche Horn wie aba: Ein Freiheitskämpfer unterscheidet sich von einem Terroristen klar in der Frage, wem er schadet. Wer sich mit einem Sprengstoffgürtel in einen Bus voller Schulkinder setzt und sich in die Luft sprengt ist in aller erster Linie ein dummes Arschloch, in zweiter ein Terrorist aber mit Sicherheit kein Freiheitskämpfer. Ein Freiheitskämpfer versucht, dem System größtmöglichsten Schaden zuzufügen mit so wenig Personenschaden wie möglich. Also z.B. Panzer sabotieren, eine Rechenzentrale (nach Feierbabend!) in die Luft sprengen oder ähnliches.
    Und ansonsten wird Geschichte natürlich immer von den Siegern geschrieben, die dann die entsprechende Deutungshoheit haben. Allerdings ist kein System in Stein gemeißelt. Grade im Osten Deutschlands wohnen Menschen, die drei Systeme überlebt und in vier Währungen bezahlt haben. Ich denke, die sehen die Sache ein bißchen relativer und wissen, wie schnell Helden zu geächteten Personen werden können und umgekehrt. Es gibt allerdings Grundregeln des Menschlichen Miteinanders, die eigentlich in jedem System gelten sollten.
    Deshalb zur Frage: Gibt es universelle Helden? Ich denke, jeder kennt “Helden der Alltags”, die einfach das Richtige tun und zwar im zwischenmenschlichen Bereich. oder einfach den Typen, der immer seine Arbeit gemacht hat, egal, wer grade im Staat das Sagen hatte.
    Und dann gibts einfach Helden, die etwas als Erstes gemacht haben. Etwas, an dem es nichts zu deuteln gibt: Juri Gagarin wird immer der erste Mensch im All gewesen sein (auch wenns da natürlich Verschwörungstheorien gibt, die sagen, dass er gar nicht im All war) und Neil Amstrong wird immer der erste Mensch auf dem Mond bleiben (auch wenn es da Verscw…hm..siehe letzer Einwurf :) )
    Und ich gehe auch mit der These von Herrn Sandmann daccord, das es immer auf die Motivation ankomment. Nehmen wir mal das Stauffenberg-Attentat gegen Hitler: Da ist eine Gruppe hochrangiger Kommandeure, die ja irgenswie unter dem System an diese hohen Posten gekommen sein müssen. Plötzlich merken sie: “Scheiße, wir verlieren den Krieg (und damit unsere Posten)”. Klar. Das Ziel (hitler=tot) war gut, da gibts nix zu deuteln, aber über die Motivation läßt sich m.E. vortrefflich streiten. Wenn sie solche Freiheitskämpfer waren, warum nicht früher losschlagen, statt zu warten, bis die eigenen Felle davon schwimmen? Warum wird nicht den vielen ebenfalls gescheiterten Anschlägen vorher gedacht, von Menschen, die schon VOR dem Krieg ahnten, was da auf Europa zukommt? Während Stauffenberg und Co als Helden verehrt wurden, weigerte sich noch in den 50ger Jahren ein bundesdeutsches Gericht, Maurice Bavaud (den ich auch bis eben nicht kannte) zu rehabilitieren, weil die Richter meinten, Hitlers Leben sei vor dem Gesetz genau so schützenwert wie jedes andere.
    So. Und jetzt werde ich mal den Geocaching-Content anhören.

  4. Sag mal Thomas,
    mit was für einem Kulturbanausen redest Du dort (fast) jeden Mittwoch ???
    Der kennt weder das “Königlich bayerische Amtsgericht” (wo von “Pumuckl” im weiteren Sinne etwas vorkommt), noch den genialen Komiker “Emil” !!!
    Ts, ts, ts…

    Schönen Gruß
    André

    • Ich habe langsam den Eindruck, nur einer von beiden hatte früher Westfernsehen :)
      MV tut gut ist mir selbst trotz intensiver Grüne Woche nicht bewusst untergekommen. Ist ja fast so ne tolle Kampagne wie das Land der Frühaufsteher. …

  5. Moin,
    an ein Plakat mit dem Schweriner Schloss drauf erinnerte ich micht beim höhren, aber an das Motto kann ich mich in dem Zusammenhang nicht erinnern. Als ich das Plakt neulich auf dem Weg zur Arbeit sah, dachte ich an den zurückliegenden Besuch im Februar vor der dortigen Gartenschau, als Filmdosen gerade keine Rolle in meinem Leben spielten: Die Kamera war seit kurzem digital und um Logbuchbehälter machte ich mir da noch keine Gedanken.
    Viele Grüße aus Bremen

  6. Da versuche ich mal ebenfalls meine Gedanken zum Thema “Helden” zu äußern:
    Ersteinmal muss ich radio_gott widersprechen. Bzw. seine Aussage einschränken: In unserer Kultur und unserem Wertesystem hast du bzgl. der Freiheitskämpfer etc. Recht. In anderen Kulturen wird dies aber wohlwollend in Kauf genommen. Wobei man natürlich darüber streiten kann, ob es in diesen Kulturen, die mir da im Sinne sind und die auch menschenverachtende Selbstmordattentate akzeptieren bzw. als Heldentat betrachten, um Freiheitskämpfe (für die Freiheit des Einzelnen) handelt.

    Jede Gesellschaft hat – wie ihr ja auch im Gespräch herausgehoben habt – an die jeweilige Epoche angepasste unterschiedliche Wahrnehmungen bzgl. Heldentum! Am Anfang hattet ihr ohnehin ein Problem mit der Definition des Begriffes Held! Das ist imho auch einer der entscheidenen Ansätze. Für mich ist niemand, nur weil er “zufällig” zur rechten Zeit die rechte Funktion/Tätigkeit wahr nahm (Juri Gagarin, Neil Amstrong etc.) und am rechten Platze war ein Held! Deren Leistungen – wenn ich insbesondere an die Pol-Expeditionen etc denke – bewundere ich natürlich! Aber auch hier kann man trefflichst über Sinn und Unsinn, sowie deren im Grunde rücksichtslosen, weil ego-orientieren Handeln (siehe Motivationsfrage) streiten.
    Was immer im Nachhinein schwierig bis unmöglich ist, ist die Frage: warum erfolgt ein Handeln erst zu einem bestimmten Zeitpunkt? Das ist meist nicht mehr nachvollziehbar. Im täglichen Arbeitsalltag fällt mir es immer wieder auf, dass man sich selbst nicht mehr klar machen kann, warum man “erst jetzt” gewisse Sachen gemacht hat, obwohl man – rückswärts betrachtet – schon viel früher hätte erkennen müssen, worauf es hinaus läuft. (ist jetzt sehr allgemein gehalten, aber ich bin mir sicher, ihr versteht worauf ich hinaus will und ihr habt es selbst sehr oft gleichermaßen erlebt!)
    Daher kann ich – auch aufgrund meines fehlenden historischen Wissens – nicht nachvollziehen, ob Staufenberg und Co da nur ihre davon schwimmenden Felle retten wollten, ober eben mehr dahinter steckt!?

    Snowden und die NSA:
    Sandmann_SN hat es ja bereits im ganz leicht anderen Zusammenhang gesagt: wenn ein Staat seine eigenen Gesetze mit Füßen tritt und sich “über den Gesetzen stehend” betrachtet, dann ist es kein Rechtsstaat mehr. Das trifft imho genau auf die Geheimdienste (auch dem deutschen!) zu!
    Ein Staat und eine Gesellschaft “erzieht” seine “Kinder”!
    Auch wenn es schwer fällt und ich evtl. selbst unter gewissen Umständen nicht mehr wirklich dahinter stehen kann, weil ich selbst davon betroffen bin(sein könnte), aber ersteinmal rechtfertigt keine evtl. ermöglichte Verhinderung eines Anschlages, dass die Grundrechte ALLER Bürger verwehrt werden.
    In sofern ist Snowden für mich ein Held!

    so bis hierher mal wieder ein super Podcast! Gern in/auf dieser Weise politisch weiter machen! Das befreit das Hirn! ;)

    viele Grüße

    Jens

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